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Ultraviolett-Fotografie

Zur Verifizierung der UV-Empfindlichkeit der Kamera wurde das Spektrum einer Hg-Dampflampe durch verschiedene Filter fotografiert. Zur Anwendung kam eine Kamera Nikon D70 mit einem Makro-Objektiv alter Bauart, Nikkor 55mm f/2.8. Man sieht das die Empfindlichkeit der D70 bis etwa 365 nm reicht. Die Linien bei 334nm und 313nm werden nicht mehr aufgenommen. Interessanterweise werden die UV-Linien von der D70 rot wieder gegeben. Weder die ebenfalls getestete Nikon D80 noch die Fuji S1pro erreichen diese hohe Empfindlichkeit im UV-Bereich. Die Durchführung der UV-Fotografie mit einer digitalen Spiegelreflexkamera ist einfach, man benötigt nur ein UV-Filter und eine UV-Quelle. Als Quelle verwendete der Verfasser eine Hochdruckquecksilberdampflampe.
 
Solche Lampen sind als Höhensonnen, b.z.w. Gesichtsbräuner für wenige Euros zu kaufen. Im Gegensatz zu sogenannten Schwarzlichtlampen strahlen Höhensonnen auch Licht im sichtbaren Bereich ab, das erleichtert die Aufnahme von Bildern in mehreren Spektralbereichen.Hier noch ein Wort der Warnung, die UV-Strahlung von Quecksilberdampflampen ist sehr intensiv und gefährlich. Ihre Wirkung spürt man erst wenn es schon zu spät ist. Die Folge ist eine Bindehautentzündung der Augen, eine sehr unangenehme und schmerzhafte Sache. Zwar klingt diese Augenreizung meist nach einem Tag ab, aber Spätfolgen sind nicht auszuschließen. Auch eine längere Bestrahlung von Hautpartien ist zu vermeiden, da es zu Sonnenbrand oder im schlimmsten Fall zu Hautkrebs führen kann.
 
Beim Betrieb von Hg-Lampen muß eine Schutzbrille getragen und eine Bestrahlung von
Hautpartien vermieden werden
 
Was leistet die UV-Fotografie? Seit Langen ist bekannt das viele Insekten neben dem sichtbaren Spektrum und Teile des UV-Bereichs wahrnehmen können, z.B. Bienen haben nach Karl Daumer drei verschiedene Rezeptoren zur Farbwahrnehmung und können zwischen Gelb, Blau und Ultraviolett unerscheiden. So ist es naheliegend die Futterpflanzen der Tiere im Ultraviolettem Licht zu betrachten.Die folgenden Bilder zeigen das Fingerkraut, einmal wie wir sie sehen und eine Falschfarbenaufnahme wie Bienen möglicherweise die Blüte sehen. Für die Falschfarbenaufnahme wurden drei Bilder, durch ein Gelbfilter, ein Blaufilter und ein UV-Filter aufgenommen und zu einem Farbbild zusammengesetzt.
Durch die, im UV-Licht wahrnehmbaren Farben wird den Bienen der Weg zu den Futter spendenden Staubgefäßen angezeigt.
Weitere Anwendungen der UV-Fotografie liegen in der Medizin .
An den drei Bildern einer Hand sieht man den Unterschied der Abbildung in den drei Spektralbereichen. Auf den UV-Bild wird vor Allem die von der Sonne hervorgerufene Pigmentierung sichtbar.Im IR-Bild dagegen wird die Sonnenbräune unsichtbar, dafür können die unter der Haut verlaufenden Venen lokalisiert werden.
Ultraviolett-Bild sichtbares Bild Infrarot-Bild
Auch die Wirksamkeit von Sonnenschutzcreme ist sofort zu sehen. Auch dem linken Bild im sichtbaren Bereich ist von der Creme natürlich nichts zu sehen. Auf dem UV-Bild wird der Klecks Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50, auf der Nase augenfällig.


Auf diesem Bild sieht man auch das diese billige Sonnenbrille für UV-Strahlung recht transparent ist ( die Augen werden hinter der Brille sichtbar) und deshalb nicht wirklich schützt. Im Gegenteil ist eine solche Brille geradezu gefährlich. Der Pupileneffekt des Auges der bei großer Helligkeit die Pupillen verkleinert und so das Auge vor zuviel Licht schützt wird hier nicht aktiv. Das Auge reagiert nicht auf die UV-Strahlung und diese kann ungehindert durch die weit geöffneten Pupillen ins Auge dringen.
Deshalb nochmal die Warnung

Man darf nur Schutzbrillen verwenden der spektrale Absorption man genau kennt oder solche, welche vom Hersteller für den interessierenden Bereich zertifiziert sind !!