Home

 

2 stufiger Gifford McMahom Kühler

Grundlagen:
Der nach seinem Erfindern benannte GM-Kühler arbeitet wie ein Stirling Kühler nach dem rekuperativem Prinzip. D.h. in einem Zwischenspeicher , Regenerator, wird Wärme abwechselnd gespeichert und wieder abgeführt.
Im Gegensatz zum Stirlingkühler werden beim GM-Kühler die erforderlichen Druckimpulse nicht mit einem Kolben, sondern über Ventile erzeugt.

Die beiden Bilder zeigen den Aufbau. Der Antrieb des Verdrängerkolbens erfolgt mit einem kleinen Pneumatikzylinder mit 1cm Kolbendurchesser und einem maximalem Hub von 10 mm. Der Arbeitskolben des Zylinders wird durch Druckluft bewegt. Die dazu erforderlichen Ventile werden mit einer Steuerschaltung (mit Arduino) elektrisch betätigt.
Der eigentliche GM-Zylinder besteht aus dünn wandigen V2-Rohr und ist zweistufig ausgeführt um tiefere Temperaturen zu erreichen.
Der Verdrängerkolben ist aus Novotex (Pertinax). In einer Bohrung des Verdränger befindet sich der Regenerator ein Stapel aus etwa 200 Edelstahl-Siebchen mit einer Maschenweite von 60µm bei einer Drahtstärke von 40µm. Auch der GM-Zylinder wird über elektrisch gesteuerte Ventile be- und entlüftet. Der Einfachheit halber wird auch hier Pressluft mit 5 Bar Druck verwendet. Wesentlich bessere Ergebnisse könnten vermutlich aber mit einem höheren Druck und Helium als Arbeitsgas erzielt werden.
Das rechte Bild zeigt den fertigen Aufbau des Kühlkopfes mit den Ventilen und einem kleinen Lüfter zur Kühlung. Der GM-Kühler arbeitet wie eine Wärmepumpe deshalb muss die vom Kaltkopf nach oben transportierte Wärme dort abgeführt werden, zudem wird der Pneumatikzylinder etwas warm. Zum Betrieb wird der Kühlkopf in ein Vakuumgefäß eingebaut um Verluste durch Wärmeleitung zu vermeiden und so eine möglichst tiefe Temperatur zu erreichen. Die Temperaturen der 1. und der 2. Stufen wierden mit Pt1000 Widerständen gemessen.

Die Arduinosteuerung ist fürs erste auf eine Platine aufgebaut. Da es sich bein den verwendeten Ventilen um 2-Wege Typen handelt werden nur 3 Stück benötigt. Für die Spulen der Ventile wird eine Schaltspannung von 18V benötigt. Drei vom Arduino gesteuerte Darlington-Transistoren erledigen diese Aufgabe
Der GM-Kühler erreicht nach etwa 90 Minuten eine Temperatur von -175°C entsprechend 98,15°K. Der Druck der Pressluft betrug 5,5 Bar und der Kühler wurde mit einer Frequenz von 6,2 Hz betrieben.
Die Temperatur kann mit Pressluft als Betriebsgas kaum unterschritten werden, da Luft, bestehend aus Stickstoff und Sauerstoff bei diesen Temperaturen flüssig wird. Dadurch werden Teile des Regenerators verstopft wodurch das Stirlingprinzip natürlich nicht mehr funktioniert.
Um noch tiefere Temperaturen zu erreichen müßte deshalb ein anderen Arbeitsgas z.B. Helium verwendet werden.
Allerdings ist die Umstellung nicht so einfach. Beim jetzigen Aufbau wird das Gas zur Entspannung einfach abgelassen, beim teuren Helium sollte man natürlich einen geschlossenen Kreislauf verwenden.
Desweiteren müßte der Druck deutlich erhöht werden um die gleiche Kälteleistung zu erreichen. Zwar ist die spezifische Wärme von Helium (5193 J/(kg · K) deutlich größer als die von Luft (ca. 1040 J/(kg · K) aber durch die wesentlich kleinere Dichte des Heliums ist auch die Wärmekapazität des Gasvolumens kleiner