Raman-Spektroskopie
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Der vom späteren Nobelpreisträger
C.V. Raman entdeckte Effekt beruht auf die inelastische Streuung von Lichtquanten
an Molekülen. Durch das eingestrahlte Licht werden in den Molekülen
Vibrationszustände angeregt und wieder Licht abgestrahlt dessen Frequenz
entsprechend dem Energieverlust durch die Anregung etwas kleiner ist. Diese Frequenzänderung
wird als Ramanschiebung bezeichnet und ist charakteristisch für die am Prozess
beteiligten Moleküle. So kann durch Messen der Frequenzänderung (Spektroskopie)
auf die beteiligten Moleküle geschlossen werden. Allerdings ist der Wirkungsquerschnitt
der Ramanstreung sehr klein, das meiste Licht verlässt die Probe unverändert.
Die Frequenzänderung ist unabhängig von der Frequens des eingerstrahlten
Lichts, allerdings steigt der Wirkungsquerschnitt mit der Frequenz stark an.So
ist es vorteilhaft möglichst kurzwelliges Licht zu verwenden. Allerdings
zeigen viele Stoffe im kurzwelligem Licht eine starke Fluoreszens die die viel
schwächere Ramanstreung überdecken kann. Wird die eingestrahlte Lichtleistung
sehr hoch tritt ein weiterer Effekt auf, der nichtlineare Ramaneffekt. Hier steigt
der Streuquerschnitt überproportional an sodass Lasertätigkeit möglich
wird, >Ramanlaser< |
Spektrometer: Als
Spektrometer wurde das vor Jahren gebaute >Kameraspektrometer<
verwendet. Das Spektrometer hat trotz des einfachen Aufbaus mit einer Rasterfolie
eine gute Auflösung. Zuerst wurde das Spektrometer kalibriert. Dazu wurden
vier Lichtquellen getestet. Letztendlich wurden aber nur drei heran gezogen. Des
Neonspektrum der Glimmlampe hat sehr viele Linien sodass eine Zuordnung schwierig
ist. Aber auch mit drei Quellen, HeNe-Laser, Quecksilberdampflampe und verdoppelter
Yag-Laser hat man genügend Punkte für die Kurve.
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Das
Ramanspektrometer wurde auf einer optischen Bank aufgebaut, in dieser Anordnung
für durchsichtige Proben. So können direkt Kunststoffplatten oder Flüssigkeiten
in einer Küvette untersucht werden. Als Anregungslaser dient ein DPSS-Yag-Laser
mit interner Verdopplung. Die Wellenlänge beträgt 532nm. Das Lasermodul
wurde aus einem Laserpointer ausgebaut und mit Kühlkörper, Lüfter
und Spannungsregler versehen um die Stabilität zu erhöhen. Die Leistung
des Lasers ist nicht bekannt, sie dürfte bei etwa 10..20mW liegen. Das
Blockingfilter ist ein einfaches Orangefilter OG 560 aus Glas. Dadurch wird der
grüne Anregungslaser weitgehend unterdrückt leider aber auch zum Teil
grüne Ramanlinien. Ein Interferenzfilter mit steiler Flanke wäre da
besser. |  | | | |
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Für einen ersten Test ist Diamant eine
hervorragende Substanz. Diamant zeigt eine starke, scharfe Ramanlinie bei einer
Verschiebung von 1322 1/cm. Nun braucht man nicht gleich einen Ein-Karat-Diamant
für das Experiment.Winzige, ca.0,5 bis 1mm große Steinchen bekommt
man für wenig Geld. Vier Steinchen wurden im Schlitz einer Schraube in den
Strahlengang gebracht. Es wurde 20s belichtet bei einer Empfindlichkeit von
1000 ASA. Schon im Spektralbild ist die grüne Linie deutlich zu erkennen. |
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Aufnahme im JPG-Format wurde im Photoshop in ein BMP-Bild umgewandelt und in einem
Delphi-Programm der Verlauf des Bildes ermittelt. Es wurde nur die Daten des roten
und grünen Kanals herangezogen. Nun kann die Linie gemessen werden. Zwar
war der Wert 1358 1/cm statt 1322 1/cm aber das ist ein Fehler von nur 1,9%. Noch
nicht geklärt ist die Herkunft des großen breitbandigen Hintergrunds. |  | |  |
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| Auch
mit einer Plexiglas- und einer Polystyrolprobe konnten Ramanpeaks gemessen werden,
aber auch hier der breitbandige Untergrund. |  |  |
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|  | Das
Problem mit dem breitbandigem Untergrund wird offenbar durch das orange Glasfilter
OG560 verursacht das eine orange Fluoreszenz zeigt. Dadurch wird es schwierig
kleine Peaks zu detektieren. Auch andere getestete Glasfilter leuchten im intensiven
Laserstrahl. Passende Filter (Interferenzfilter) die keine Fluoreszenz zeigen
kann man kaufen, sind aber mit 100€ bis 200€ leider nicht billig. Ein
weiterer Nachteil des Versuchaufbaus wird durch die verwendete Kamera verursacht.
Zum Einem ist der Dynamikbereich des Sensor nicht allzu groß und zum Anderen
stört der Bayerfilter des Sensor den Farbverlauf der Spektren. Eine, in
dea Aufbau passende, Schwarz/Weiß Kamera ohne Filter stand aber nicht zur
Verfügung. |
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Auch
bei der Schnittfläche einer Karotte sind drei Linien erkennbar die dem Karotin
zu geordnet werden können. Die breite Fluoreszenz bei 680 nm stammt wahrscheinlich
vom Chlorophyll. Bei industriellem Karottensaft fehlt dieser Peak weitgehend.
Möglicherweise geht das nicht wasserlösliche Chlorophyll bei Herstellungsprozess
verloren. |  |  |
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| Hat
klare Flüssigkeiten zu untersuchen ist es am Besten einen queren Strahlengang
zu verwenden,, so gelangt wenig Streulicht vom Laser in den Spektrometerspalt.
So kann die Belichtungszeit bis auf 5 Minuten verlängert werden ohne dass
das Laserlicht alles überstrahlt.Paraffinöl und Isopropanol zeigen einige
Peaks, wovon zwei die gleiche Verschiebung haben. Bei DMSO ist nur eine breite
Bande zu sehen. | a |  |
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| Auch
mit einem blauen Diodenlaser (445nm, 1W) wurden Versuché unternommen. Aber
leider stand auch hier nur ein gelbes Glasfilter Nikon Y520 zur Verfügung
das auch etwas Fluoreszenz zeigt und dessen Filterkannte bei einer zu hohen Wellenlänge
liegt. Immerhin die Linien im Bereich von 2800 1/cm bei Paraffin und Propanol
konnten sehr gut gesehen werden. |  |  |
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